Wissenschaftlicher Hintergrund


Kommen wir zu den interessanten Aspekten, worum geht es, was bringt es und welche Möglichkeiten ergeben sich für jeden Einzelnen.
Im Folgenden werden wir auch noch auf spezielle Anwendungsfelder eingehen und Erfahrungen wiedergeben die wir bisher mit Kunden im Höhentraining sammeln konnten. Gerade in dem Bereich was möglich ist möchten wir auch auf die gemachten Erfahrungen zurückgreifen und nicht alles was theoretisch möglich ist wiedergeben als ob wir alles könnten.

Im Folgenden möchte ich das Wissen wiedergeben welches ich mir anlässlich meiner Diplomprüfungen angeeignet hatte für welche  ich Höhentraining als zweites Schwerpunktthema gewählt hatte.

Was passiert in Höhenlagen?

Also, man hört/liest häufiger das in der Höhe der Sauerstoffgehalt geringer sei, dies ist jedoch nicht der Fall, in der normalen Luft (also auch in der natürlichen Höhenlage) beträgt der Sauerstoffanteil in der Luft immer um 21%.
Jedoch nimmt mit zunehmender Höhe der Luftdruck ab, ebenso der Sauerstoffpartialdruck, dadurch wird die Atemluft sauerstoffärmer weil durch den geringeren Druck weniger Sauerstoff innerhalb einer definierten Menge Luft zur Verfügung steht als auf Meereshöhe.


Was bedeutet dies für den Körper - wie reagiert er?

Der Körper versucht natürlich sich entsprechend weiter mit Sauerstoff zu versorgen wenn er in eine Situation gerät wo ihm weniger zur Verfügung steht. Dazu wird z.B. die Atemfrequenz und der Herzschlag heraufgesetzt, durch die vermehrte Förderleistung versucht der Körper seine ausreichende Versorgung weiter sicherzustellen. Ohne eine Anpassung ist dies jedoch besonders bei Untrainierten nur begrenzt möglich, man kann davon ausgehen das bei untrainierten Menschen ab mittleren Höhen (1200 - 1500m) die Sauerstoffaufnahme alle 100m um ein Prozent abnimmt.
Kommen wir noch einmal auf die olympischen Spiele in Mexiko City zurück, hier konnte bei Ausdauerleistungen welche länger als einige Minuten waren ein Leistungsrückgang von bis zu fast 10% beobachtet werden.
Der Körper ist also insgesamt höher belastet und versucht dies irgendwie zu kompensieren, daher sollte man ihn nicht überbelasten, zudem sollte viel Flüssigkeit zugeführt werden da der Verlust über die Atemwege (gesteigerte Frequenz) höher ist als normal.

Was sind die mittelfristigen Anpassungen/Vorteile?

Der Körper bildet verstärkt rote Blutkörperchen (Erythropoese) um mehr Sauerstoff transportieren zu können. Zudem sorgt der Körper dafür das sich der Sauerstoff leichter von den Blutkörperchen lösen kann und ermöglicht damit eine verbesserte Versorgung der Muskulatur und des Körpers, die Leistungsfähigkeit steigt.
Das Blut dickt dadurch in der Regel jedoch nicht ein wie die folgende Abbildung deutlich macht (Abb.1: Veränderung der Blutzusammensetzung im Zuge eines Ausadauertrainings (Neumann 2005):




Der optimale Effekt ist das der Körper mehr Sauerstoff transportieren kann und das Blut trotzdem fließfähiger ist, dies begünstigt nicht nur die Leistung, sondern hat natürlich auch positive gesundheitliche Aspekte. Ziel eines Höhentrainings in unserem Raum ist auf jeden Fall eine möglichst natürliche Entwicklung welche langfristig angelegt ist, der Anstieg an festen Teilen im Blut bewirkt dann in der Regel keinen Anstieg über das Niveau eines untrainierten Menschen hinaus.
Dies zeigen auch die unten angeführten Tabellen welche vielfältige positive gesundheitliche Aspekte bei "normalen" Bürgen (keine Spitzensportler) zeigen.

In natürlichen Höhen muss der verstärkte Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden, im Trainingsraum besteht die Gefahr eines extremen Flüssigkeitsverlustes kaum.

Auf weitere Aspekte wie den verstärkten Kalorienverbrauch und Sonderthemen gehen wir in den folgenden Unterpunkten noch ein.

Unsere Hauptaufgabenfelder Ausdauer und Krafttraining werden wir extra in eigenen Menüpunkten behandeln.

Für alle die mehr wissen möchten, hier findet sich in der Zeitschrift Sportmedizin eine Studie die signifikante Leistungssteigerungen bei Schwimmern durch ein Höhentrainingslager nachweist.

Hier noch die Zusammenfassungen von zwei interessanten Studien (Studie mit Profis
Quelle: Ted Meeuwsen, Ingrid J.M. Hendriksen, and Michael Holewijn Eur J Appl Physiol (2001) 84: 283-290):



Studie mit gesunden Männern
Quelle: Bailey DM, Davies B, Baker J, Med Sci Sports Exerc 2000 Jun;32(6):1058-66